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Die Feuerwehren im Kreis Heinsberg
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16.03.2018    Wer jetzt den Notruf 112 wählt, erreicht die Mitarbeiter des Feuerschutzzentrums in Erkelenz ab sofort in der neuen Leitstelle. Die Räumlichkeiten, wo alle Einsätze aus dem gesamten Kreisgebiet bearbeitet und koordiniert werden, sind jetzt in allen Belangen an den aktuellen Bedarf angepasst.

 Für das Leitstellenpersonal stehen nun sieben Einsatzleitplätze auf 230 Quadratmetern zur Verfügung sowie vier Sondereinsatzleitplätze, die zur Einarbeitung oder bei außergewöhnlichen Lagen genutzt werden können. Hier wurde die Kapazität von ursprünglich fünf Arbeitsplätzen auf 100 Quadratmetern neu dimensioniert, sodass sie dem aktuellen, gestiegenen Einsatzaufkommen entspricht und bei steigender Tendenz noch Raum für Erweiterung bietet, „Im Moment liegen wir bei etwa 100 Feuerwehr- und Rettungsdienst-Einsätzen am Tag“, so Thomas Kähler, Leiter des Feuerschutzzentrums.

Die technische Ausstattung, die in den alten Räumlichkeiten noch aus dem Jahr 2004 stammte, ist jetzt an den aktuellen Standard angepasst. Die Telefon- und Funktechnik wurde in den digitalen Bereich überführt. Jetzt basiert der Leitstellenbetrieb auf IT-gestützten Leitsystemen und Notrufabfragesystemen. Auf den sieben Bildschirmen je Arbeitsplatz erhalten die Mitarbeiter alle einsatztaktisch notwendigen Informationen zu Einsatzkräften, Straßen, Objekten, besonderen Gefahren, Alarmierungen, Kapazitäten von Intensiv-Betten im Krankenhaus und können sich mit Kartenmaterial einen Überblick über Wetterlagen oder Nachrichtenschilderungen verschaffen. Ein Mediensystem von acht Großbildschirmen kann ebenfalls alle genannten Beispiele abbilden, ermöglicht eine gemeinschaftliche Betrachtung und vereinfacht einen gleichen Informationsstatus bei allen Mitarbeitern. Ein zusätzlich ausgestatteter Stabs-Raum dient als Besprechungsraum ohne den Leitstellenbetrieb zu stören und kann bei der Verfolgung von Großereignissen oder Krisenfällen zum Einsatz kommen. Für das Leitstellenpersonal, das im 24-Stunden-Dienst arbeitet, wurden außerdem neue Sozialräume geschaffen, die ebenfalls auf erhöhten Personalbedarf ausgerichtet sind.

Neu ist außerdem die redundante Ausstattung der Leitstelle. Es gibt doppelte und baulich getrennte Technik- und Serverbereiche, sodass bei einer Störung durch Stromausfall oder Brand in einem Bereich der Leitstellenbetrieb weiter gewährleistet ist. Mit dem fest installierten Stromgenerator könnte die Leitstelle sogar weiterhin rund 72 Stunden autark arbeiten (oder mit zwischendurch „auftanken“ noch länger).

     

Die technische Umstellung der Notruf-Leitungen verlief problemlos. Zunächst wurde der Betrieb auf die Redundanz-Leitstelle im Kreishaus umgeleitet. Drei Tage arbeiteten die Mitarbeiter in den Räumlichkeiten der Kreisverwaltung in drei Schichten zu je acht Stunden. „Die Ausweichmöglichkeit auf die Redundanz-Leitstelle im Kreishaus war für uns sehr komfortabel. So konnten wir in der neuen Leitstelle noch ein paar Tests durchführen“, so Dirk Hartmann, stellvertretender Leiter des Feuerschutzzentrums in Erkelenz. Er hat den „Umzug“ der Leitstelle vom Kreishaus aus begleitet. Nachdem dann der Fortbetrieb der Leitstelle bei Stromausfall oder Ausfall der Internetverbindung sowie die Erreichbarkeit der Notrufleitungen erfolgreich getestet wurden, konnte der Echtbetrieb in der neuen Leitstelle starten.

Der nächste Schritt, nachdem noch ein paar Restarbeiten wie der Aufbau zusätzlicher Möbel in der neuen Leitstelle fertiggestellt worden sind, ist nun der Bau einer neuen Fahrzeughalle auf dem Gelände des Feuerschutzzentrums. Der Baubeginn ist im April vorgesehen. Während des Baus werden außerdem die notwendigen Umbaumaßnahmen an der alten Leitstelle durchgeführt, wo neue Ausbildungs- und Unterrichtsräume entstehen werden. Diese Schulungsräume sollen dann für kreiseigene Fortbildungen genutzt werden, aber auch den Städten und Gemeinden sowie den Hilfsorganisationen zur Verfügung stehen.

Geplant ist, dass alle Arbeiten Ende des Jahres abgeschlossen sind. Dann wird es im Rahmen einer Einweihung eine Präsentation des Feuerschutzzentrums geben.

Hintergrund:

Nachdem der Kreistag in seiner Sitzung am 24.09.2015 die Neu- und Umbaumaßnahmen des Feuerschutzzentrums Erkelenz beschlossen hatte, wurde am 04.08.2016 der Grundstein für die neue Leitstelle gelegt. Im Sommer 2017 wurde der Rohbau fertig gestellt und bis jetzt mit der nötigen Einrichtung und Technik versehen. Die Kosten für den Neubau der Leitstelle, die Umbaumaßnahmen zu Schulungsräumen sowie dem Neubau der Fahrzeughalle belaufen sich insgesamt auf rund 5,1 Millionen Euro.

(Text und Bild: Kreis Heinsberg)

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